Union Berlin – BVB 0:0: Viel Kampf, keine Tore und Sorge um Karetsas


Viel Einsatz, aber keine Tore: Borussia Dortmund hat am Samstag, 17. Oktober 2026, beim 1. FC Union Berlin nur 0:0 gespielt. Am sechsten Bundesliga-Spieltag zeigte der BVB an der Alten Försterei mehr Zweikampfbereitschaft als zuletzt in Norwegen, blieb im Angriff aber zu harmlos. Besonders bitter: Der eingewechselte Konstantinos Karetsas verletzte sich kurz nach seiner Einwechslung am Sprunggelenk.

Union Berlin – BVB 0:0: Die Spieldaten

  • Wettbewerb: Bundesliga 2026/27, 6. Spieltag
  • Datum: Samstag, 17. Oktober 2026
  • Spielort: Stadion An der Alten Försterei, Berlin
  • Endstand: 1. FC Union Berlin – Borussia Dortmund 0:0 (0:0)
  • Schiedsrichter: Daniel Schlager
  • Zuschauer: 22.012

Fünf Änderungen: Kovac stellt nach der Norwegen-Niederlage um

Nach dem 0:1 bei FK Bodø/Glimt in der Champions League rotierte Trainer Niko Kovac auf fünf Positionen: Nico Schlotterbeck, Julian Ryerson, Felix Nmecha, Ethan Nwaneri und Serhou Guirassy kehrten in die Anfangsformation zurück. Der BVB sollte griffiger und entschlossener auftreten als drei Tage zuvor. Die neue Startelf zeigte tatsächlich mehr körperliche Präsenz – allerdings auch einige überharte Aktionen.

In unserem Vorbericht zu Union Berlin gegen BVB hatten wir genau diese Zweikämpfe und die besondere Atmosphäre an der Alten Försterei als Schlüsselfaktoren beschrieben.

Hitziger Beginn: Drei frühe Gelbe Karten für Dortmund

Bereits in der ersten Minute wurde Ethan Nwaneri verwarnt. Waldemar Anton folgte in der siebten und Guirassy in der 14. Minute. Die frühen Verwarnungen prägten die intensive Anfangsphase und zwangen Dortmund dazu, bei weiteren Zweikämpfen vorsichtiger zu agieren.

Der BVB gewann im ersten Durchgang laut Vereinsbericht 56 Prozent der Zweikämpfe und hatte 63 Prozent Ballbesitz. Daraus entstand jedoch nur selten echte Gefahr. Vor allem über den aktiven Julian Ryerson auf der rechten Seite entwickelten die Borussen Vorstöße, ohne sich klare Abschlüsse zu erarbeiten.

Union bleibt gefährlich – Kobel hält die Null

Gegen Ende der ersten Hälfte meldeten sich die Gastgeber offensiv. Gregor Kobel war bei einem unangenehmen Freistoß-Aufsetzer von Kastriot Imeri in der Nachspielzeit zur Stelle (45.+3). So ging es nach einer von Zweikämpfen geprägten Halbzeit torlos in die Kabine. Dass beide Mannschaften defensiv aufmerksam waren, gehörte zu den wenigen positiven Erkenntnissen für den BVB.

Zweite Halbzeit: Beier verpasst die Führung

Nach dem Seitenwechsel wurde Borussia mutiger. In der 56. Minute kam Maximilian Beier nach einer Hereingabe von Ryerson zur bislang besten Dortmunder Chance, setzte den Ball aber knapp vorbei. Wenig später profitierte Union beinahe von einem Fehlpass von Joane Gadou: Tim Skarke nutzte die Kontersituation in der 60. Minute jedoch nicht.

Das Muster blieb ähnlich: Dortmund versuchte Druck aufzubauen, Union stand kompakt und lauerte auf Umschaltmomente. Der Wille war Schwarzgelb nicht abzusprechen, doch im letzten Drittel fehlten Präzision, Entschlossenheit und die entscheidende Idee.

Sorge um Konstantinos Karetsas nach erneuter Verletzung

In der 62. Minute brachte Kovac unter anderem Konstantinos Karetsas, der Ethan Nwaneri ersetzte. Doch der Auftritt des Offensivspielers war schnell beendet. Ohne Gegnereinwirkung verletzte er sich am Sprunggelenk und musste in der 79. Minute durch Mathis Albert ersetzt werden. Wie schwer die Verletzung ist und wie lange Karetsas ausfallen könnte, war unmittelbar nach dem Spiel noch nicht gesichert. Eine medizinische Diagnose bleibt abzuwarten.

Für die Mannschaft ist dieser Ausfall bitter: Gerade in einer Phase, in der Dortmund mehr Kreativität brauchte, musste ein frischer Offensivspieler vorzeitig vom Feld.

Guirassy und Albert verpassen die Entscheidung

Die späten Gelegenheiten reichten nicht für den Sieg. Nach einem Freistoß von Ryerson köpfte Serhou Guirassy in der 79. Minute knapp vorbei. In der 89. Minute wurde der Angreifer nach einem Zuspiel von Nmecha zu weit nach außen abgedrängt. Auch in der Nachspielzeit fiel die letzte Aktion unglücklich aus: Eine Flanke rutschte Guirassy über den Kopf, und Albert konnte den Ball nicht mehr kontrolliert aufs Tor bringen.

Damit blieb es beim 0:0. Trotz größerer Spielanteile musste der BVB erkennen, dass Kontrolle allein noch keine zwingenden Torchancen garantiert.

Unsere Analyse: Mehr Intensität, aber zu wenig Durchschlagskraft

Nach dem schwachen Auftritt in Bodø war zumindest eine Reaktion in den Zweikämpfen sichtbar. Dortmund trat körperlich präsenter auf, brachte sich durch die frühen Gelben Karten aber auch selbst in schwierige Situationen. Das Hauptproblem lag offensiv: Viele Angriffe führten nicht zu einem gefährlichen Abschluss. Insbesondere gegen Unions kompakte Defensive fehlten Tempo, Überraschungsmomente und eine bessere Besetzung des Strafraums.

Die Defensive hielt hingegen stand, Kobel musste nur selten eingreifen. Dass die Mannschaft ohne Gegentor blieb, ist positiv. Für einen Auswärtssieg hätte sie aus der eigenen Feldüberlegenheit jedoch deutlich mehr machen müssen.

Dritter siegloser Auftritt in Folge: So geht es weiter

Nach dem 2:2 gegen Werder Bremen, der 0:1-Niederlage bei Bodø/Glimt und dem torlosen Remis bei Union Berlin wartet Dortmund nun seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg. In der Bundesliga bleibt die Mannschaft zwar in Schlagdistanz zur Spitze, aber die verschenkten Punkte sind ärgerlich.

Bereits am Dienstag, 20. Oktober, steht das nächste Champions-League-Spiel bei Sabah FK auf dem Programm. Die Belastung ist hoch, und Kovac muss neben der spielerischen Entwicklung die Personalsituation im Auge behalten. Für die nächsten Aufgaben braucht die Borussia mehr Zielstrebigkeit im Angriff.

Fazit: Ein Punkt ist zu wenig

Union Berlin – BVB endet 0:0, und die Enttäuschung überwiegt. Dortmund zeigte mehr Kampfgeist als in Norwegen, konnte sich gegen gut organisierte Gastgeber aber kaum klare Chancen erspielen. Die Verletzung von Karetsas überschattet den Nachmittag zusätzlich. Für Schwarzgelb gilt: Nur mit mehr Durchschlagskraft wird aus Spielkontrolle wieder ein Sieg.

Wie bewertet ihr das torlose Remis? War die bessere Zweikampfführung ein Fortschritt oder überwiegt für euch der nächste Punktverlust? Diskutiert mit uns in den Kommentaren. 🖤💛

Quellen: Offizieller BVB-Spielbericht und Bundesliga-Spielbericht.

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