Was für ein Pokalabend in Dortmund! Borussia Dortmund hat sich in der zweiten Runde des DFB-Pokals 2026/27 mit 3:2 (2:0) gegen Werder Bremen durchgesetzt und das Achtelfinale erreicht. Der BVB führte durch Serhou Guirassy und Carney Chukwuemeka früh mit 2:0, verlor nach der Pause jedoch die Kontrolle. Ausgerechnet Ex-Borusse Niclas Füllkrug brachte Werder mit einem Doppelpack zurück. Als die Verlängerung bereits bevorzustehen schien, verwandelte Joker Marcel Sabitzer in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Freistoß direkt zum umjubelten Siegtreffer.
BVB gegen Werder Bremen 3:2: Die wichtigsten Spieldaten
- Wettbewerb: DFB-Pokal 2026/27, 2. Hauptrunde
- Datum: Dienstag, 27. Oktober 2026
- Ergebnis: Borussia Dortmund – Werder Bremen 3:2 (2:0)
- Spielort: Dortmund
- Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)
- Schiedsrichter: Robert Schröder
- Folge: BVB steht im Achtelfinale
Alle fünf Tore im Überblick
- 1:0 – Serhou Guirassy (6.): Julian Ryerson legt eine Hereingabe für den Stürmer ab, der aus kurzer Distanz vollendet.
- 2:0 – Carney Chukwuemeka (17.): Nach einer Hereingabe von Joey Veerman bereitet Jobe Bellingham per Kopf vor, Chukwuemeka schließt ab.
- 2:1 – Niclas Füllkrug (65., Foulelfmeter): Nach einem Foul von Ryerson an Mick Schmetgens verkürzt der eingewechselte Bremer vom Punkt.
- 2:2 – Niclas Füllkrug (68.): Der frühere Dortmunder gleicht mit einem platzierten Schuss aus der Distanz aus.
- 3:2 – Marcel Sabitzer (90.+3): Der eingewechselte Mittelfeldspieler entscheidet das Spiel mit einem direkt verwandelten Freistoß.
Erste Halbzeit: Dortmund überrollt Bremen
Der Pokalabend begann mit einer ungewöhnlichen Verzögerung: Nach Pyrotechnik in den Fanblöcken musste der Anpfiff um etwa fünf Minuten verschoben werden. Als der Ball schließlich rollte, war Borussia Dortmund sofort hellwach. Niko Kovač hatte gegenüber dem Bundesligasieg gegen Eintracht Frankfurt viermal umgestellt und setzte unter anderem auf Joane Gadou, Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka und Maximilian Beier von Beginn an.
Der BVB setzte Bremen früh unter Druck, gewann viele Zweikämpfe und zwang die Gäste immer wieder zu Fehlern. Schon in der sechsten Minute leitete Beier einen Angriff ein, über Julian Ryerson gelangte der Ball zu Serhou Guirassy. Dortmunds Mittelstürmer ließ sich die Chance aus kurzer Entfernung nicht nehmen und schob zum 1:0 ein.
Schwarzgelb blieb aggressiv. Ein weiterer Treffer von Guirassy wurde wegen Abseits aberkannt. In der 17. Minute folgte das verdiente 2:0: Auf eine Flanke von Joey Veerman reagierte Jobe Bellingham mit einer Kopfballablage, Carney Chukwuemeka traf. Bremen fand gegen die Intensität der Gastgeber zunächst kaum Mittel. Erst im weiteren Verlauf der ersten Hälfte kam Werder zu eigenen Abschlüssen. Zur Pause führte Dortmund mit 2:0 und schien das Geschehen fest im Griff zu haben.
Zweite Halbzeit: Werder kommt zurück – Füllkrug trifft doppelt
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Bremen wurde mutiger, Dortmund verlor an Konsequenz und ließ dem Gegner mehr Raum. BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck musste in der 51. Minute bei einer gefährlichen Hereingabe in höchster Not eingreifen. Werder-Trainer Daniel Thioune reagierte nach knapp einer Stunde mit mehreren Wechseln: Unter anderem brachte er Niclas Füllkrug, Mitchell Weiser, Ludovit Reis und Senne Lynen.
Der Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Foul von Julian Ryerson an Mick Schmetgens im Strafraum gab es Elfmeter für die Gäste. Füllkrug übernahm die Verantwortung und verkürzte in der 65. Minute auf 2:1. Nur drei Minuten später folgte der nächste Schock für Dortmund: Der frühere BVB-Stürmer kam an den Ball, zog aus der Distanz ab und traf zum 2:2.
Es war ein bitteres Déjà-vu für Borussia. Bereits beim jüngsten Bundesligaduell hatte Dortmund eine 2:0-Führung gegen Bremen verspielt und am Ende nur 2:2 gespielt. Wie dramatisch die damalige Aufholjagd war, steht in unserem Spielbericht zum 2:2 zwischen BVB und Werder Bremen. Diesmal stand jedoch das Weiterkommen im Pokal auf dem Spiel – ein Unentschieden nach 90 Minuten hätte Verlängerung bedeutet.
90.+3 Minute: Joker Sabitzer verwandelt den entscheidenden Freistoß
Niko Kovač brachte in der 71. Minute frische Kräfte: Marcel Sabitzer, Daniel Svensson und Ethan Nwaneri kamen für Joey Veerman, Julian Ryerson und Carney Chukwuemeka. Es blieb eine offene Partie, in der beide Mannschaften die Entscheidung suchten. Gegen Ende hatte Dortmund noch einmal eine gute Gelegenheit durch Svensson, dessen Abschluss abgewehrt wurde.
Dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit. Felix Nmecha wurde vor dem Bremer Strafraum gefoult. Marcel Sabitzer legte sich den Ball zurecht und jagte seinen Freistoß direkt ins Tor. Im ausverkauften Stadion brach großer Jubel aus: Aus einem drohenden Gang in die Verlängerung wurde innerhalb von Sekunden ein 3:2-Sieg – und der Einzug ins Achtelfinale war gesichert.
Warum der BVB den Sieg fast noch verspielt hätte
Die erste Hälfte hatte gezeigt, wie wirksam Dortmunds Pressing sein kann: schnelle Ballgewinne, hoher Druck, klare Aktionen zum Tor und zwei frühe Treffer. Nach der Pause ließ diese Intensität nach. Bremen konnte häufiger aufrücken und mit den Einwechslungen neue Impulse setzen. Besonders Füllkrug brachte nach seiner Einwechslung sofort Torgefahr. Dass Dortmund erneut eine Zwei-Tore-Führung gegen Werder aus der Hand gab, bleibt trotz des Weiterkommens ein Warnsignal.
Positiv war dagegen die Reaktion von der Bank. Bereits beim jüngsten Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hatte ein Joker die Entscheidung gebracht: Maximilian Beier traf spät zum 1:0. Mehr dazu in unserem Spielbericht zum Sieg gegen Frankfurt. Gegen Bremen wurde nun Sabitzer zum entscheidenden Einwechselspieler. Das zeigt einerseits die Qualität im Dortmunder Kader – andererseits darf es nicht zur Gewohnheit werden, einen klaren Vorsprung noch einmal retten zu müssen.
Aufstellungen: So spielten Dortmund und Bremen
Borussia Dortmund: Gregor Kobel – Joane Gadou, Waldemar Anton, Nico Schlotterbeck – Julian Ryerson (71. Daniel Svensson), Joey Veerman (71. Marcel Sabitzer), Maximilian Beier – Jobe Bellingham, Felix Nmecha – Serhou Guirassy (84. Fábio Silva), Carney Chukwuemeka (71. Ethan Nwaneri).
Werder Bremen: Karl Hein – Arthur, Amos Pieper, Marco Friedl, Mick Schmetgens – Dariusz Stalmach (59. Ludovit Reis), Youri Regeer – Eren Dinkci (59. Mitchell Weiser), Chuki, Marco Grüll (59. Senne Lynen) – Cedric Itten (58. Niclas Füllkrug).
Gelbe Karten: Dortmund: Joey Veerman, Julian Ryerson. Bremen: Amos Pieper, Arthur.
Pokalhistorie: Dortmund beendet Negativserie gegen Werder
Für den BVB war es auch aus historischer Sicht ein besonderer Sieg. Die letzten drei Pokalduelle mit Bremen waren allesamt verloren gegangen. Mit dem 3:2 revanchierte sich Schwarzgelb für frühere Enttäuschungen und erreichte erstmals seit dem Pokalvergleich 2008 wieder das Weiterkommen gegen Werder. Dass Dortmund im Vorfeld nicht von einem Selbstläufer ausgehen durfte, hatten wir bereits in unserem DFB-Pokal-Vorbericht zu Dortmund gegen Bremen thematisiert.
Wie geht es für Borussia Dortmund weiter?
Mit dem Heimsieg steht der BVB in der Runde der letzten 16 Mannschaften. Der Achtelfinalgegner wird erst nach der Auslosung feststehen. In der Bundesliga wartet als Nächstes am Samstag, 31. Oktober, das Auswärtsspiel beim FC Bayern München. Gerade mit Blick auf diese anspruchsvolle Aufgabe wird Niko Kovač aus beiden Halbzeiten des Pokalabends seine Schlüsse ziehen müssen.
MEIN09-Fazit: Viel Drama, viele Fehler – aber eine Runde weiter
Dieser Pokalabend hatte alles: einen starken Dortmunder Auftakt, zwei frühe Tore, einen früheren BVB-Stürmer als zweifachen Bremer Torschützen und ein Freistoßtor in letzter Sekunde. Der 3:2-Erfolg gegen Werder Bremen ist emotional ein echter Befreiungsschlag. Sportlich bleibt die Frage, warum Dortmund eine souveräne 2:0-Führung erneut aus der Hand gab. Doch im Pokal zählt am Ende vor allem eines: Der BVB ist weiter dabei.
MEIN09-Frage an die Community: War Sabitzers Freistoß euer Moment des Abends – oder ärgert euch vor allem, dass Dortmund die Führung schon wieder verspielt hat? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!