Hoffenheim – BVB 2:3: Dortmund dreht 0:2-Rückstand und feiert Traumstart


Was für eine Aufholjagd! Borussia Dortmund gewinnt sein erstes Bundesliga-Auswärtsspiel der neuen Saison mit 3:2 bei der TSG Hoffenheim – und das nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand.

Lange sah es in Sinsheim überhaupt nicht gut für den BVB aus. Hoffenheim war über weite Strecken die bessere Mannschaft, führte verdient mit zwei Toren und hatte sogar Möglichkeiten zur Vorentscheidung.

Doch dann veränderte sich das Spiel komplett.

Serhou Guirassy brachte Dortmund zurück, der eingewechselte Fabio Silva sorgte nur fünf Minuten später für den Ausgleich und kurz vor Schluss erzwang Ethan Nwaneri mit seiner Hereingabe das entscheidende Eigentor von Albian Hajdari.

Damit steht der BVB nach zwei Bundesliga-Spieltagen bei sechs Punkten. Und dieser zweite Sieg dürfte der Mannschaft noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen geben.

Vor der Partie hatten wir uns bereits ausführlich mit der Ausgangslage, dem Dortmunder Personal und einer möglichen Aufstellung beschäftigt. Das findet ihr in unserem Vorbericht zu Hoffenheim gegen BVB.

BVB findet zunächst kaum ins Spiel

Von dem Schwung aus den Siegen gegen den HSV und HEBC Hamburg war zu Beginn wenig zu sehen.

Dortmund agierte vorsichtig, während Hoffenheim deutlich aktiver auftrat. Zwar hatte Maximilian Beier bereits nach wenigen Minuten die erste Dortmunder Offensivaktion, wirklich gefährlich wurde der BVB zunächst aber kaum.

Auf der anderen Seite musste Gregor Kobel mehrfach eingreifen. Der Dortmunder Torhüter verhinderte gegen Adam Daghim und Adam Hložek einen früheren Rückstand.

Besonders bitter: Bereits nach rund einer halben Stunde musste Filippo Mané mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz.

Für ihn kam Neuzugang Ethan Nwaneri früh zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz für Borussia Dortmund.

Die Umstellung machte das Dortmunder Spiel zunächst allerdings nicht besser.

Avdullahu bestraft den BVB kurz vor der Pause

Als vieles bereits nach einem torlosen Halbzeitstand aussah, schlug Hoffenheim doch noch zu.

In der 45. Minute kam Dortmund nach einer Hoffenheimer Offensivaktion nicht konsequent an den Ball. Vladimir Coufal legte zurück auf Leon Avdullahu, der aus der Distanz zum 1:0 traf.

Der Zeitpunkt hätte für den BVB kaum schlechter sein können.

Mit dem Rückstand ging es in die Kabine – und gemessen am Spielverlauf konnte sich Dortmund darüber kaum beschweren. Hoffenheim hatte mehr vom Spiel und die besseren Möglichkeiten.

Auch nach der Pause zunächst keine Besserung

Niko Kovac reagierte zur Halbzeit und brachte Joey Veerman für Felix Nmecha.

Doch zunächst änderte sich wenig.

Hoffenheim blieb gefährlich und erhöhte in der 54. Minute auf 2:0. Tim Lemperle eroberte den Ball gegen Joane Gadou und schloss selbst ab. Sein Versuch wurde von Waldemar Anton noch abgefälscht und war für Kobel nicht mehr zu halten.

Spätestens jetzt wurde es richtig unangenehm.

Hoffenheim führte mit zwei Toren und war zu diesem Zeitpunkt näher am dritten Treffer als Dortmund am Anschluss.

Das Spiel schien dem BVB komplett zu entgleiten.

Doch dann kam die 61. Minute.

Guirassy bringt Dortmund zurück

Plötzlich war der BVB da.

Waldemar Anton eroberte den Ball weit in der Hoffenheimer Hälfte und brachte Serhou Guirassy ins Spiel.

Der Dortmunder Stürmer blieb vor Oliver Baumann ganz ruhig und hob den Ball zum 1:2 ins Tor.

Ein Treffer, der das komplette Spiel veränderte.

Auf einmal glaubte Dortmund wieder daran. Das Auftreten wurde mutiger, die Intensität höher und Hoffenheim bekam zunehmend Probleme.

Kovac reagierte ebenfalls und brachte unter anderem Fabio Silva.

Eine Entscheidung, die sich fast sofort auszahlen sollte.

Fabio Silva braucht nur wenige Minuten

Gerade einmal fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer stand es plötzlich 2:2.

Gregor Kobel leitete den Angriff mit einem Abschlag ein. Guirassy verarbeitete den Ball stark und schickte Fabio Silva auf die Reise.

Der Joker machte es anschließend hervorragend und setzte den Ball an den linken Innenpfosten ins Tor.

66. Minute: Ausgleich!

Innerhalb von gerade einmal fünf Minuten hatte Borussia Dortmund einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

Guirassy war dabei an beiden Treffern entscheidend beteiligt: erst als Torschütze, anschließend als Vorbereiter.

Nwaneri erzwingt die Entscheidung

Nach dem Ausgleich entwickelte sich eine völlig andere Partie.

Jetzt war wieder alles möglich.

Und kurz vor Schluss belohnte sich Dortmund tatsächlich noch für die Aufholjagd.

Ethan Nwaneri kombinierte auf der linken Seite mit Fabio Silva und brachte den Ball anschließend gefährlich vor das Hoffenheimer Tor.

Die Hereingabe wurde leicht abgefälscht und Albian Hajdari bugsierte den Ball schließlich ins eigene Netz.

2:3 für Borussia Dortmund!

Der BVB hatte das Spiel tatsächlich komplett gedreht.

Aus einem 0:2 nach 54 Minuten wurde noch ein 3:2-Auswärtssieg.

Die Tore bei Hoffenheim – BVB

1:0 Leon Avdullahu (45.)
Hoffenheim belohnt seine starke erste Hälfte und geht unmittelbar vor der Pause in Führung.

2:0 Tim Lemperle (54.)
Lemperle erobert den Ball und sein abgefälschter Abschluss landet im Dortmunder Tor.

2:1 Serhou Guirassy (61.)
Anton gewinnt den Ball hoch, Guirassy bleibt vor Baumann ruhig und bringt den BVB zurück.

2:2 Fabio Silva (66.)
Guirassy bereitet stark vor und Joker Fabio Silva gleicht nur fünf Minuten später aus.

2:3 Albian Hajdari (87., Eigentor)
Nwaneri bringt den Ball gefährlich in die Mitte, Hajdari fälscht ihn ins eigene Tor ab.

Guirassy macht den Unterschied

Wenn wir einen Spieler aus dieser verrückten Partie hervorheben müssen, führt kaum ein Weg an Serhou Guirassy vorbei.

Bis zur 60. Minute bekam auch er nur wenige Möglichkeiten.

Dann war er da, als Dortmund ihn brauchte.

Beim Anschlusstreffer zeigte Guirassy seine Ruhe vor dem Tor. Wenige Minuten später bereitete er den Ausgleich von Fabio Silva vor.

Ein Tor und eine Vorlage innerhalb von fünf Minuten.

Genau solche Spieler braucht eine Mannschaft in Spielen, in denen lange wenig funktioniert.

Guirassy kann eine Partie mit wenigen Aktionen verändern – und in Hoffenheim hat er genau das getan.

Auch die Joker überzeugen

Aber Guirassy war nicht allein für die Wende verantwortlich.

Die Wechsel von Kovac spielten ebenfalls eine wichtige Rolle.

Fabio Silva kam im zweiten Durchgang und traf praktisch mit einer seiner ersten Aktionen zum Ausgleich.

Auch Ethan Nwaneri bekam aufgrund der Verletzung von Mané deutlich früher Spielzeit als wahrscheinlich ursprünglich geplant. Der Neuzugang fügte sich gut ein und war am Ende maßgeblich am Siegtreffer beteiligt.

Gerade bei Nwaneri macht das Lust auf mehr.

Er ist erst wenige Tage in Dortmund und konnte trotzdem bereits zeigen, welche Möglichkeiten er dem BVB offensiv geben kann.

Trotzdem darf der Sieg nicht alles überdecken

So schön die Aufholjagd war: Wir sollten die erste Stunde nicht einfach vergessen.

Hoffenheim war lange die bessere Mannschaft.

Der BVB agierte zu passiv, entwickelte offensiv kaum Gefahr und konnte sich mehrfach bei Gregor Kobel bedanken.

Nach dem 2:0 hatte Hoffenheim sogar Möglichkeiten, das Spiel endgültig zu entscheiden.

Dass Dortmund anschließend noch gewinnt, spricht für die Moral der Mannschaft. Es zeigt aber gleichzeitig, woran weiterhin gearbeitet werden muss.

Gegen stärkere Gegner lässt sich ein 0:2 nicht regelmäßig noch drehen.

Genau deshalb ist dieses Spiel beides: ein starkes Zeichen der Mannschaft – und eine deutliche Warnung.

Sechs Punkte nach zwei Bundesliga-Spielen

Am Ende zählen aber natürlich auch die Ergebnisse.

Und die können sich sehen lassen.

Nach dem 2:0 gegen den Hamburger SV folgt ein 3:2 in Hoffenheim.

Wie der BVB bereits am ersten Spieltag die drei Punkte holte, könnt ihr noch einmal in unserem Spielbericht zu BVB gegen HSV nachlesen.

Damit hat Borussia Dortmund nach zwei Bundesliga-Spieltagen die maximal möglichen sechs Punkte geholt.

Dazu kommt das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen HEBC Hamburg.

Drei Pflichtspiele, drei Siege.

Besser kann man rein ergebnistechnisch kaum in eine neue Saison starten.

Alles zur Übertragung des Hoffenheim-Spiels

Wer noch einmal nachlesen möchte, wo die Partie übertragen wurde und wie unser TV-/Stream-Guide für den zweiten Bundesliga-Spieltag aufgebaut war, findet dazu ebenfalls einen eigenen Beitrag bei Mein09.

Hier findet ihr unseren Beitrag Hoffenheim gegen BVB live im TV und Stream..

Jetzt wartet die Champions League

Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht.

Bereits am Dienstag, 8. September, wartet das nächste Highlight.

Borussia Dortmund empfängt den FC Villarreal im Signal Iduna Park. Anstoß ist um 21:00 Uhr.

Nach der spektakulären Aufholjagd in Hoffenheim geht der BVB damit mit drei Pflichtspielsiegen im Rücken in den ersten Champions-League-Abend der neuen Saison.

Alle Informationen zur Übertragung findet ihr in unserem Beitrag BVB gegen Villarreal live im TV und Stream.

Nach dem Bundesliga-Wahnsinn in Hoffenheim wartet damit direkt das nächste große Spiel.

Unser Mein09-Fazit

Was für ein verrückter Nachmittag.

Nach knapp einer Stunde hätte wohl kaum jemand erwartet, dass Borussia Dortmund Sinsheim noch mit drei Punkten verlässt.

Der BVB lag 0:2 hinten, spielte lange schwach und stand kurz vor der ersten Niederlage der Saison.

Dann kamen Guirassy, Fabio Silva und Nwaneri.

Innerhalb weniger Minuten war Dortmund wieder im Spiel – und am Ende wurde aus einem fast verlorenen Nachmittag ein Auswärtssieg, der für die weitere Saison noch richtig wertvoll werden könnte.

Nicht weil alles gut war.

Sondern weil die Mannschaft gezeigt hat, dass sie auch dann zurückkommen kann, wenn fast nichts funktioniert.

Jetzt stehen sechs Punkte aus zwei Bundesliga-Spielen auf dem Konto. Dazu ist der BVB im Pokal weiter.

Und am Dienstag wartet die Champions League.

So darf eine Saison gerne anfangen. 🖤💛

Wie habt ihr die Aufholjagd erlebt – starke Mentalität oder hat euch die erste Stunde zu sehr geärgert?

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