Borussia Dortmund hat seine Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals erfüllt. Der BVB gewann am Dienstagabend mit 5:0 (4:0) gegen HEBC Hamburg und steht damit souverän in der zweiten Runde.
Ganz so deutlich, wie es das Endergebnis vermuten lässt, begann der Pokalabend allerdings nicht. Der Hamburger Oberligist verteidigte leidenschaftlich und hielt gegen den großen Favoriten mehr als eine halbe Stunde die Null.
Erst ein Eigentor brachte Dortmund auf Kurs. Danach ging es schnell: Innerhalb von gut zwölf Minuten erzielte der BVB vier Treffer und entschied die Partie praktisch noch vor der Halbzeit.
Für HEBC blieb trotz der deutlichen Niederlage ein historischer Abend: 45.917 Zuschauer kamen ins Volksparkstadion – Rekord für ein DFB-Pokalspiel mit Beteiligung eines Fünftligisten.
Vor dem Spiel hatten wir bereits in unserem Vorbericht zu HEBC Hamburg gegen BVB auf die Ausgangslage, die angekündigte Rotation und unsere Erwartungen an den Pokalabend geschaut.
HEBC hält Dortmund zunächst überraschend lange auf
Niko Kovač hatte bereits vor der Partie Rotation angekündigt – und setzte sie konsequent um. Gegenüber dem 2:0-Erfolg gegen den Hamburger SV veränderte der BVB seine Startelf auf sieben Positionen.
Wie angekündigt stand Alexander Meyer im Tor. Außerdem durfte Neuzugang Joey Veerman erstmals von Beginn an für Borussia Dortmund auflaufen.
Dortmund übernahm erwartungsgemäß sofort die Kontrolle. Samuele Inacio kam bereits früh mehrfach zum Abschluss, fand zunächst aber nicht den Weg ins Tor.
HEBC stand tief, verteidigte mit viel Einsatz und versuchte nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Wirklich gefährlich wurde der Außenseiter kaum, doch Dortmund fehlte zunächst die Geschwindigkeit, um den Abwehrriegel zu knacken.
In der 25. Minute verhinderte HEBC-Torhüter Jannik Schoon gegen Felix Nmecha die Dortmunder Führung. Wenig später parierte er auch einen Distanzschuss von Mathis Albert.
Nach einer halben Stunde stand tatsächlich noch immer die Null.
Eigentor öffnet dem BVB die Tür
In der 33. Minute war der Widerstand schließlich gebrochen.
Julian Ryerson brachte den Ball scharf in den Strafraum. HEBC-Kapitän Janek Wrede wollte klären, lenkte die Hereingabe jedoch unglücklich ins eigene Tor.
Das 1:0 veränderte die Partie komplett.
Nur drei Minuten später bereitete Ryerson auch den nächsten Treffer vor. Daniel Svensson verwandelte seine Vorlage aus kurzer Distanz zum 2:0 für Borussia Dortmund.
Jetzt hatte der BVB Platz – und nutzte ihn.
Inacio entscheidet die Partie mit Doppelpack
Der auffälligste Dortmunder Offensivspieler des Abends war Samuele Inacio.
In der 41. Minute spielte Marcel Sabitzer den Ball zum Youngster, der HEBC-Torwart Schoon zum 3:0 überwinden konnte.
Doch damit nicht genug.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff war Inacio erneut zur Stelle. Nach einer weiteren Vorlage von Julian Ryerson setzte er den Ball präzise an den Innenpfosten und ins Tor.
4:0 nach 45 Minuten.
Innerhalb weniger Minuten hatte Dortmund aus einer zunächst zähen Pokalpartie eine klare Angelegenheit gemacht. Inacio ging mit seinem Doppelpack als einer der großen Gewinner des Abends vom Platz.
Fabio Silva trifft zum 5:0
Zur zweiten Halbzeit reagierte Kovač und brachte Maximilian Beier und Carney Chukwuemeka für Ryerson und Nmecha.
Auch HEBC wechselte den Torwart: Nils Ahmann ersetzte Jannik Schoon und konnte sich anschließend mehrfach auszeichnen.
Die Dortmunder blieben spielbestimmend.
In der 59. Minute fiel schließlich das fünfte Tor. Nach einem Hamburger Ballverlust kam der BVB schnell nach vorne. Joey Veerman bereitete vor, Fabio Silva schob überlegt zum 5:0 ein.
Für Silva war es damit ebenfalls ein gelungener Pokalabend.
Anschließend nahm Dortmund etwas Tempo aus der Begegnung. Chancen auf weitere Treffer waren vorhanden, HEBC-Torwart Ahmann verhinderte jedoch eine noch deutlichere Niederlage.
Am Ergebnis änderte sich nichts mehr.
Samuele Inacio nutzt seine Chance
Für uns gehört Inacio zu den interessantesten Geschichten dieses Spiels.
Kovač nutzte die Partie gegen den Oberligisten, um mehreren Spielern Einsatzzeit zu geben. Der erst 18-jährige Inacio zahlte dieses Vertrauen mit zwei Toren zurück.
Auch statistisch war er auffällig: Mit sieben Abschlüssen war er der offensiv aktivste Dortmunder des Abends.
Natürlich muss man die Leistung angesichts des Gegners richtig einordnen. HEBC spielt in der Oberliga und damit mehrere Klassen unter dem BVB.
Trotzdem muss ein junger Spieler eine solche Gelegenheit erst einmal nutzen – und genau das hat Inacio getan.
Joey Veerman mit Startelfdebüt
Interessant war auch der Auftritt von Joey Veerman.
Der Niederländer durfte erstmals von Beginn an für Borussia Dortmund spielen und bereitete in der zweiten Halbzeit das 5:0 durch Fabio Silva vor.
Gerade solche Pokalspiele sind wichtig, um Neuzugänge und Spieler mit bislang weniger Einsatzzeit in die Mannschaft zu integrieren.
Kovač konnte rotieren, wichtigen Spielern eine Pause geben und trotzdem souverän die nächste Runde erreichen.
Viel besser hätte der Abend aus Dortmunder Sicht kaum laufen können.
Respekt an HEBC Hamburg
Trotz des 0:5 gehört dieser Abend auch HEBC Hamburg.
Mehr als eine halbe Stunde hielt der Fünftligist Borussia Dortmund ohne Gegentor. Die Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und wurde von den Zuschauern im Volksparkstadion gefeiert.
Die 45.917 Zuschauer bedeuteten sogar einen Rekord: Noch nie zuvor waren bei einem DFB-Pokalspiel mit Beteiligung eines Fünftligisten so viele Menschen im Stadion.
Für einen Verein, der normalerweise vor einer völlig anderen Kulisse spielt, dürfte dieser Pokalabend unabhängig vom Ergebnis lange in Erinnerung bleiben.
Bereits vor dem Pokalabend haben wir euch bei Mein09 begleitet. In unserem Beitrag HEBC Hamburg gegen BVB live im TV und Stream findet ihr noch einmal alle Informationen rund um die Übertragung der Partie.
HEBC Hamburg – BVB: Die Tore
0:1 Janek Wrede (33., Eigentor)
0:2 Daniel Svensson (36.)
0:3 Samuele Inacio (41.)
0:4 Samuele Inacio (45.+2)
0:5 Fabio Silva (59.)
Der BVB führte damit bereits zur Halbzeit mit 4:0 und musste nach dem Seitenwechsel nichts mehr anbrennen lassen.
Unser Mein09-Fazit
Es war genau der Pokalabend, den Borussia Dortmund gebraucht hat.
Die ersten 30 Minuten waren zwar zäher als erwartet. Dortmund hatte viel Ballbesitz, fand gegen die tief stehenden Hamburger aber zunächst nicht genügend Lösungen.
Nach dem Eigentor zum 1:0 änderte sich das Spiel jedoch schlagartig.
Der BVB wurde zielstrebiger, erzielte innerhalb kurzer Zeit drei weitere Treffer und hatte die Partie bereits zur Halbzeit entschieden.
Besonders erfreulich waren der Doppelpack von Samuele Inacio, das Startelfdebüt von Joey Veerman und die Möglichkeit für Niko Kovač, seine Mannschaft auf zahlreichen Positionen zu verändern.
5:0 gewonnen, keine Verlängerung, keine Pokalsensation zugelassen und mehreren Spielern Einsatzzeit gegeben. Aufgabe erfüllt.
Für HEBC endet das Abenteuer DFB-Pokal dagegen trotz der Niederlage mit einem historischen Abend vor Rekordkulisse.
Und für uns geht der Blick schon wieder Richtung Bundesliga: Am Samstag wartet auswärts die TSG Hoffenheim.
Wie zufrieden seid ihr mit dem Pokalauftritt des BVB – und wer war für euch der beste Dortmunder? 🖤💛